RUND UM DEN TISCH II

Im Dezember sieht man wieder öfter größere Runden an einem Tisch. Es ist wieder „Weihnachtsfeier-Zeit“. Eigentlich ist es ein schöner Brauch, wenn sich alle Mitarbeiter zum Jahresabschluss zu einem guten Essen treffen. Ich bin in letzter Zeit – alleine speisend – immer wieder neben größeren Runden gesessen und habe dabei ein bisschen neidisch auf die ausgelassene Stimmung am Nachbartisch geschaut.

Das kann sehr unterhaltsam sein. Man fragt sich: Wer ist der Boss? Wer hat wirklich Freude daran und für wen ist der Abend eine mühsame Pflichtaufgabe? Wer ist souverän und kann den Abend genießen? Wer ist peinlich darauf bedacht nur ja in kein Fettnäpfchen zu tappen? In der Regel benehmen sich Restaurantgäste ja besser, wenn sie in größerer Gesellschaft sind. Ein bisschen Rollenspiel ist auch immer dabei. Das Handy bleibt zumeist stumm und es wird mehr auf eine gepflegte Gesprächskultur geachtet, als in privatem Rahmen. Nur zu späterer Stunde kann es manchmal ein bisschen laut werden.

Mir machen meine privaten Sozialstudien in Lokalen, bei denen ich andere Gäste beobachte, immer viel Spaß. Wie verändern sich unsere Umgangsformeln tatsächlich? Wie verfälscht wird das Miteinander in Medien dargestellt? Welche Worte sind gerade angesagt? Wieso verwenden so viele Menschen das Adjektiv „genau“ als inhaltsloses Füllwort?

Gutes Essen, feiner Wein, ein gepflegtes Ambiente – das sind alles Gründe, wieso ich gerne ins Restaurant gehe. Die gesellschaftliche Relevanz der Gastronomie für die Gesellschaft liegt allerdings nicht im persönlichen Genuss oder in der Bühne, die manche Menschen brauchen, um sich ihres Daseins zu versichern (siehe: Thorstein Veblen: Conspicous Consumption). Öffentliche Lokale bieten einen selten gewordenen Raum, wo sich Fremde zwanglos begegnen können.

Die Höflichkeit gebietet es natürlich, die Privatsphäre an anderen Tischen zu respektieren. Und doch habe ich im letzten Jahr einige Male das letzte Glas Wein an einem anderen Tisch getrunken, als das erste. So soll es auch im nächsten Jahr sein!

In diesem Sinn wünschen wir Ihnen gute Unterhaltung bei der Lektüre unserer aktuellen Ausgabe!

IhrLust&Leben-Team

 

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