IN ATHEN DABEI
Text & Fotos: Wolfgang Schedelberger
Drei Tage, vier Tage, fünf Tage? Wie lang der Fachkongress GastroBizz eigentlich dauert, ist individuell sehr unterschiedlich. Das „offizielle“ Programm dauert traditionell von Sonntagabend bis Dienstagmittag. Doch wenn man die Gelegenheit hat, so eine aufregende Stadt wie Athen zu besuchen, hängen viele Gastronomen den einen oder anderen Tag dran, um die griechische Hauptstadt auf eigene Faust zu erkunden. Auch die „Preconvention“ am Samstag war bestens gebucht. Wir können nur sagen: das lohnt sich!
Young Bizz Award geht nach Graz
Zum Auftakt wurde am Sonntagabend in Kooperation mit Lust & Leben der Young Bizz Award mit tollen Preisen verliehen. Die Jury zeichnete Bianca Heiling und Stefan Medwenitsch vom Hommage aus Graz mit dem ersten Platz aus. Der zweite Platz ging an Selcuk Coskun vom Mariatheresia in Innsbruck. Als Dritter wurde der sympathische „Austrojapaner“ Kevin Stummer mit seiner Frau Carmen und ihrem Haubenrestaurant Gansfein in Wels gewürdigt.
Helles oder Goldbräu? Am Stiegl Stand gab es beides perfekt gezapft. Viva Mexiko! Mark Henderson und Daniel Thaler vom Tiroler Spirituosen-Spezialisten Weisshaus haben ihren Fokus auf besondere Tequilas gelegt.
Mit einem spannenden Blick in die Zukunft startete Roger Spindler vom Münchner Zukunftsinstitut den Vortragsreigen am Montag in der Früh. Einer echter AI-Kapazunder aus dem Silicon Valley ist Nipun Mehta, der eindrucksvoll berichtete, welche Fragestellungen gerade bei der Entwicklung von künstlicher Intelligenz verhandelt werden. In „5 MAX-Minuten“ hat Max Mayrhofer anschließend die komplexe Materie zusammengefasst. Der humorvolle Moderator, der jetzt auch schon über 20 GastroBizz-Kongresse moderierte, hatte wie üblich die Lacher auf seiner Seite.
Das Cook-Team von Transgourmet sorgte für kulinarische Highlights. Geschmacklich war es wohl der beste GastroBizz ever. Auch wegen des Sternzeichen-Menüs von 3-Haubenkoch Markus Höller am Montag Nachmittag. Exzellenter Treibstoff für den Kopf! Marco Schärf und sein Team zeigten wie großartig Kaffee aus dem Vollautomaten schmecken kann.
3-Sterne und junge Kneipen
Branchenbezogen ging es dann mit dem Münchner Gastronomen Marc Übelherr weiter. Seit vielen Jahren hat er die Münchner Gastro-Szene mit neuen Konzepten bereichert. Aktuell führt er das 3-Sterne Restaurant Tohru in der Schreiberei. Viel spannender ist jedoch, wie er gerade München mit extrem erfolgreichen Pop-Up-Kneipen aufmischt. Mehr dazu gibt es in unserer kommenden Print-Ausgabe.
Unterhaltsam auch der Vortrag „Profiling: Macht und Manipulation entschlüsseln“ von Patricia Staniek. Jetzt wissen wir: Schummeln und Lügen ist gar nicht so einfach, wie man manchmal glaubt. Danach galt es, die Gastro-Landschaft von Athen gemeinsam zu erkunden.
Rupert Lorenz aus der Wachau hat in den letzten Jahren einige außergewöhnliche Gastronomie- und Hotellerie-Betriebe architektonisch gestaltet. Siehe das Hotel Schachner in Maria Taferl. Veranstalter Herbert Starl (l.) übergibt das Unternehmen nach dem 30. Gastrobizz am seinen Sohn Christoph (r.). Auch im kommenden Jahr in Monte Carlo wird Moderator Max Mayerhofer am Bord sein.
Am Dienstag Früh ging es mit Gerhard Moser weiter, der über erfolgreiche Performance-Strategien referierte. Felix Thönnessen gab Hilfestellungen, wie alte Themen neu denken kann und berichtete dann in einem zweiten Vortrag über Change-Management. Das Finale bestritt dann Thomas Fleischhanderl mit einer Anleitung, wie man vom Erlebnis zum Ergebnis kommt. Und wer mehr zu den Vorträgen und Vortragenden wissen will und heuer nicht dabei wahr. Pech gehabt. Dann hieß es Abschied nehmen: „Wir sehen uns nächsten März in Monte Carlo!“
Griechischen Wein gibt es in der ganzen Stadt, Günther Hörmedinger von Trinkwerk hat die Teilnehmer mit österreichischen Weinen verwöhnt.