GENUSSMETROPOLE
PERU SERVIERT WELTKLASSE
Text: Redaktion // Fotos: www.theworlds50best.com; Promperú.
Lima, die Hauptstadt Perus, liegt an der trockenen Pazifikküste des Landes. Sie ist die kulinarische Metropole, eine der größten Städte Südamerikas und bezaubert mit ihrem Stadtzentrum aus der Kolonialzeit.
Mit der Auszeichnung des Restaurants Maido als bestes Restaurant der Welt bei den „The World’s 50 Best Restaurants 2025“ und der bevorstehenden Austragung der renommierten Preisverleihung 2026 in der peruanischen Hauptstadt hat sich das Land endgültig an die Spitze der internationalen Gourmetszene gekocht. Dass die Ehrung im italienischen Turin an Mitsuharu „Micha“ Tsumura und sein Restaurant Maido ging, überrascht Kenner kaum. Seine unverwechselbare Nikkei-Küche verbindet japanische Präzision mit den Aromen Perus zu einer faszinierenden Liaison. Klassische Gerichte wie Lomo Saltado oder Arroz con Pato erhalten hier eine moderne Handschrift, während Kreationen wie Nigiri à lo pobre oder Sudado Nikkei zeigen, wie selbstverständlich zwei kulinarische Kulturen miteinander verschmelzen können.
Doch Maido ist kein Solist. Gleich fünf peruanische Restaurants finden sich aktuell unter den besten der Welt: Neben dem Spitzenreiter Maido sind Kjolle (Platz 9), Mérito (26) und Mayta (39) in Lima vertreten, während Mil von Virgilio Martínez nahe Cusco ebenfalls zu den weltweit höchstbewerteten Restaurants zählt. Eine beeindruckende Bilanz für ein Land, dessen Küche aus den unterschiedlichsten Landschaften schöpft – vom Pazifik über die Anden bis in den Amazonas.
Perus Erfolgsrezept liegt dabei nicht in spektakulären Showeffekten, sondern in der enormen Vielfalt seiner Produkte. Tausende Kartoffelsorten, Quinoa, Mais, Ají-Chilis, exotische Früchte und Meeresfrüchte treffen auf jahrhundertealtes Wissen indigener Kulturen und die Einflüsse europäischer, afrikanischer, chinesischer und japanischer Einwanderer. Das Ergebnis ist eine Küche, die Tradition respektiert und gleichzeitig neugierig nach vorne blickt.
Die zwei besten Restaurants der Welt – beide aus Peru
Innerhalb von nur zwei Jahren ging die höchste Auszeichnung der internationalen Spitzengastronomie gleich zweimal nach Peru: 2023 wurde das Central zum besten Restaurant der Welt gekürt, 2025 folgte Maido. Beide Lokale sind heute Teil der kulinarischen Weltelite – und beide erzählen auf ganz unterschiedliche Weise die Geschichte eines Landes, dessen Küche derzeit Maßstäbe setzt. Während das Central Peru als faszinierende Reise durch seine Landschaften interpretiert, verbindet Maido japanische Kochkunst mit den unverwechselbaren Aromen des Andenstaates. Zwei Restaurants, zwei Handschriften – und ein gemeinsamer Nenner: außergewöhnlicher Genuss.
Restaurant Central – eine Reise durch die Höhenlagen Perus
Dass Peru heute als kulinarisches Kraftzentrum gilt, ist auch dem Restaurant Central zu verdanken. 2023 wurde das von Virgilio Martínez und Pía León geführte Haus zum besten Restaurant der Welt gekürt und wechselte damit in die „Best of the Best“-Hall of Fame. Ein Besuch im Central gleicht weniger einem klassischen Restaurantbesuch als einer Expedition durch Peru. Die Gerichte orientieren sich nicht an Vorspeise und Hauptgang, sondern an den Höhenstufen des Landes. Vom Pazifik auf Meereshöhe bis in die Andengipfel erzählt jedes Menü die Geschichte einer Landschaft. Garnelen aus den Küstengewässern, seltene Andenknollen oder Zutaten aus dem Amazonas werden nicht nur verarbeitet, sondern wissenschaftlich erforscht. Das Paar teilt eine tiefe Leidenschaft für die peruanische Küche, die so ansteckend ist, dass sogar Martínez’ Schwester Malena ins Team aufgenommen wurde, um Mater Iniciativa, die Forschungsabteilung des Restaurants, zu leiten. Gemeinsam mit dem Forschungszentrum Mater Iniciativa bereisen Martínez, León und ihr Team regelmäßig entlegene Regionen, entdecken vergessene Produkte und entwickeln daraus neue kulinarische Erlebnisse. Seit dem Umzug in die Casa Tupac im kreativen Stadtviertel Barranco vereint das Ensemble Restaurant, Forschung, Garten und das ebenfalls vielfach ausgezeichnete Restaurant Kjolle unter einem Dach – ein kulinarisches Labor, das weltweit Maßstäbe setzt.
Mitsuharu „Micha“ Tsumura ist Küchenchef im Maido, dem besten Restaurant der Welt 2025.
Restaurant Maido – wo Japan und Peru miteinander sprechen
Wer das Maido betritt, wird bereits mit seinem Namen willkommen geheißen. „Maido!“ lautet die traditionelle japanische Begrüßung, die Küchenchef Mitsuharu Tsumura bewusst zum Programm gemacht hat. Seit der Eröffnung 2009 verbindet er japanische Kochkunst mit den außergewöhnlichen Produkten Perus und machte die Nikkei-Küche endgültig weltberühmt. Tsumuras Küche lebt von Geschichten. Das legendäre Nigiri à lo pobre übersetzt ein peruanisches Hausmannsgericht in die Sprache des Sushi. Das butterzarte Asado de tira, dessen Short Ribs 50 Stunden schmoren, gehört längst zu den Ikonen des Hauses. Das Sudado Norteño wiederum beweist, dass eine scheinbar einfache Fischsuppe zu einem hochkomplexen Fine-Dining-Gericht werden kann, während das berühmte Fischsandwich Sanguchito de pan con pescadozeigt, dass selbst Streetfood das Zeug zur Weltklasse besitzt.
Überraschend endet die Reise nicht selten mit herzhaften Desserts: Kürbis, Pilze oder fermentierte Zutaten ersetzen klassische Süße und eröffnen völlig neue Geschmackswelten. Genau diese spielerische Leichtigkeit macht Maido so außergewöhnlich – hier wirkt Innovation nie aufgesetzt, sondern selbstverständlich. Dass Tsumura mit dem Maido 2025 zum besten Restaurant der Welt gekürt wurde, ist deshalb weit mehr als ein persönlicher Triumph. Es ist die konsequente Fortsetzung einer Entwicklung, die Peru seit Jahren an die Spitze der internationalen Gastronomie führt.
Lima ist Hauptstadt der Spitzengastronomie
Der nächste Höhepunkt lässt nicht lange auf sich warten. Am 4. November 2026 wird Lima erstmals Gastgeber der Preisverleihung „The World’s 50 Best Restaurants“ sein – und damit als erste Stadt Südamerikas überhaupt Austragungsort dieses kulinarischen Gipfeltreffens. Für eine Woche wird die peruanische Hauptstadt zum Treffpunkt der bedeutendsten Köchinnen und Köche, Sommeliers, Produzenten, Food-Journalisten und Gastronomieexperten der Welt. Eine passendere Bühne hätte die internationale Spitzengastronomie kaum wählen können. Denn Lima ist heute weit mehr als eine Genussmetropole. Die Stadt beweist eindrucksvoll, dass kulinarische Identität kein Blick zurück sein muss, sondern ein kreativer Aufbruch nach vorne. Oder anders gesagt: Wer verstehen möchte, wohin sich die Weltküche entwickelt, sollte derzeit weniger nach Paris oder Tokio schauen – sondern nach Peru.
Vom einfachen Fischsandwich bis zum Pilzdessert – diese Kreationen haben dem Maido in Lima geholfen, Platz 1 der Liste „The World’s 50 Best Restaurants 2025“ zu ergattern.