STIMMUNGSMACHER

WO DER ALLTAG PAUSE MACHT

Es gibt Restaurants, die servieren Frühstück, Lunch und Dinner. Und es gibt Orte, die den Rhythmus eines ganzen Tages erzählen. Das Loft9 über den Dächern Innsbrucks gehört zur zweiten Kategorie.

Text: Redaktion // Fotos: Rainer Fehringer

Es gibt einen Moment am Morgen, in dem Innsbruck noch nicht ganz entschieden hat, ob die Nacht bereits vorbei ist. Die ersten Sonnenstrahlen tasten sich über die Gipfel der Nordkette, die Straßen der Altstadt beginnen sich langsam zu füllen und hoch über den Dächern liegt jene Ruhe, die in einer Stadt nur wenige Minuten am Tag zu finden ist. Im Loft9 beginnt genau dann das erste Kapitel einer Geschichte, die sich bis weit nach Sonnenuntergang immer wieder neu erzählt. Ein Frühstück mit Blick auf die Berge, mittags das geschäftige Kommen und Gehen der Stadt, später ein Glas Wein auf der Terrasse und schließlich ein Abend, an dem Gespräche länger dauern als geplant. Es ist kein Zufall, dass sich hier nicht nur die Speisekarte, sondern die gesamte Atmosphäre mit dem Lauf der Sonne verändert.

„Mich treiben nicht Strukturen an, sondern Stimmungen“, sagt Hannes Gomig und beschreibt damit nicht nur seine persönliche Philosophie, sondern das Wesen dieses Ortes. Nach vielen Jahren erfolgreicher Gastronomie im Außerfern hatte er etwas festgestellt, worüber Unternehmer nur selten sprechen: Nicht die Arbeit machte ihn müde, sondern die Routine. Er zog die Reißleine, obwohl sein Betrieb funktionierte, wechselte bewusst in die Hotellerie und gewann Abstand zu jener Branche, die ihn seit seiner Jugend begleitet hatte. Erst als er zum ersten Mal die Baustelle im neunten Stock des neuen RAIQA betrat, war dieses Gefühl plötzlich wieder da. „Ich habe sofort gespürt, dass hier etwas entstehen kann.“ Den entscheidenden Anstoß gab schließlich seine Frau. „Wenn du das nicht machst, wirst du dein Leben lang darüber nachdenken.“ Heute sagt Hannes Gomig, sie habe recht behalten.

Kurzurlaub vom Alltag: Offene Räume, warme Materialien und der Blick über Innsbruck schaffen eine Atmosphäre, in der man gerne länger bleibt.

Vielleicht wirkt das Loft9 gerade deshalb so selbstverständlich. Es wurde nicht um einen spektakulären Ausblick herum geplant, sondern um eine Idee. Einen Ort zu schaffen, an dem Menschen für ein paar Stunden den Alltag hinter sich lassen können. „Ich möchte einen Kurzurlaub vom Alltag schaffen“, beschreibt Gomig sein Ziel. Das beginnt nicht erst auf dem Teller, sondern in den ersten Sekunden eines Besuchs. Ein ehrliches Willkommen, aufmerksamer Service und das Gefühl, nicht Gast unter vielen, sondern Teil des Hauses zu sein. „Ich freue mich, wenn jemand sagt: Heute gehen wir zum Hannes.“ Mehr Gastgeber als Gastronom – diesen Unterschied lebt er jeden Tag. Diese Haltung zieht sich durch das gesamte Konzept. Morgens gehört die Bühne dem Duft von Kaffee und einem entspannten Frühstück, mittags den Businessgästen und den Menschen aus der Nachbarschaft, die bewusst eine Pause einlegen. Gegen Abend verändert sich das Tempo. Der Josper-Holzkohlegrill bringt intensive Röstaromen auf den Teller, „Sharing“ – nicht nur auf Tellern – lädt dazu ein, das Loft9 gemeinsam zu entdecken, und auf den Terrassen wird aus einem Aperitif beinahe unbemerkt ein langer Abend.

Wenn aus Nachmittag Abend wird: Ein feiner Drink an der Bar, ein Platz auf der Terrasse und Innsbruck zu Füßen – manchmal braucht es nicht mehr.

Gerade an der Bar zeigt sich, wie sehr sich Genuss in den vergangenen Jahren verändert hat. Wo früher lange Partynächte und klassische Longdrinks den Ton angaben, entscheiden sich heute viele Gäste bewusst für alkoholfreie Aperitifs, raffinierte Spritz-Variationen und charaktervolle Drinks. Die feinen Mixer der Organics by Red Bull eröffnen dabei neue Möglichkeiten für moderne Signature-Drinks, während Red Bull Energy Drink, Zero oder die saisonalen Summer Editions längst nicht mehr ausschließlich für das Nachtleben stehen, sondern selbstverständlich zu einer Barkultur gehören, die den gesamten Tagesverlauf begleitet – vom vitalen Daytime-Drink bis zum entspannten Sundowner über den Dächern der Stadt. Für Hannes Gomig ist das kein kurzfristiger Trend, sondern Ausdruck eines grundlegenden Wandels.

Für Hannes Gomig ist sein Loft9 weit mehr als ein Restaurant – es ist sein persönlicher Neustart.

Die Menschen gehen bewusster aus, trinken weniger Alkohol und suchen heute weit mehr als gutes Essen. Sie möchten Atmosphäre erleben, Zeit miteinander verbringen und Erinnerungen mit nach Hause nehmen. Für die Gastronomie bedeutet das neue Herausforderungen, denn steigende Kosten treffen auf ein verändertes Konsumverhalten. Erfolg lässt sich deshalb längst nicht mehr allein am Umsatz messen.

Drinks für den Nachmittag: Organics Purple Berry bringt in Kombination mit Lavendel Farbe ins Glas und die Red Bull Summer Edition genießt sich pur perfekt – beides passt zum entspannten Übergang vom Tag in den Abend.

Vielleicht erklärt genau das, warum Hannes Gomig auf die Frage nach seinem schönsten Kompliment nicht von Auszeichnungen oder Bewertungen spricht. In Erinnerung geblieben ist ihm vielmehr ein einziger Satz eines Gastes auf Social Media: „Die Kellnerin liebt ihren Job. Und der Chef auch.“ Viel treffender lässt sich kaum beschreiben, was das Loft9 ausmacht. Es ist kein Ort, der laut um Aufmerksamkeit wirbt. Sondern einer, der zeigt, dass Gastfreundschaft dort beginnt, wo Menschen sich Zeit füreinander nehmen. Und manchmal genügt dafür tatsächlich nur ein Perspektivenwechsel – neun Stockwerke über Innsbruck.

wer&wo

Loft9
Raiffeisenplatz 1, 6020 Innsbruck

Telefon: +43 512 94 10 09
info@gh-gastronomie.at

www.loft9.at