JEDER TROPFEN ZÄHLT

Der verantwortungsbewusste Umgang mit Wasser rechnet sich – ökologisch und wirtschaftlich. Insbesondere in Gastronomie und Hotellerie findet sich in allen Bereichen Einsparungspotenzial.

Text: Redaktion / Erika Leitinger

Trinkwasser bester Qualität rinnt in Österreich tagtäglich durch unsere Leitungen. Aber nur ein geringer Teil davon, etwa drei Prozent, wird in den Haushalten zum Trinken und Kochen genutzt. Mehr als 60 Prozent in Bad und Toilette verbraucht. Das verschwendet nicht nur wertvolle Ressourcen, sondern kostet auch unnötig Geld, da man für Trinkwasser sowohl bei der Entnahme als auch beim Abwasser zahlt.

Was durch die geringe Verbrauchsmenge im Einzelhaushalt nicht ganz so relevant ist, ergibt allerdings in gewerblichen Betrieben viel Einsparungspotenzial. Denn in Gastronomie und Hotellerie fließen in Summe Tausende Liter Trinkwasser jährlich vom Wasserhahn in den Abfluss. Auf den Tag gerechnet sind das in einem Hotel, je nach Kategorie und Auslastung, ds. 290 Liter Wasser (Quelle: bmlfuw).

In der Luxushotellerie und in Wellnesshotels ist der Verbrauch nochmals höher. Positiv dabei zu vermerken ist, dass in vergangenen Jahren gerade bei Großverbrauchern in Industrie und Gewerbe Wassersparen zunehmend wichtiger geworden ist. Einerseits bedingt durch das wachsende Bewusstsein für Nachhaltigkeit – auch bei den Gästen – andererseits aus wirtschaftlichen Gründen. Mittel für den sinkenden Verbrauch sind zunehmend die Kreislaufführung gebrauchten Wassers, moderne technische Produktentwicklungen sowie innovative Gesamtlösungen für Ressourceneffizienz.

Keine graue Theorie

Um die Verwendung von wertvollem Trinkwasser zu reduzieren, kann man für verschiedene Anwendungen Brauchwasser einsetzen. Dabei handelt es sich um Wasser, das zwar gereinigt wurde, aber keine Trinkwasserqualität aufweist. Als Ausgangsbasis kann dafür Regenwasser oder auch sogenanntes Grauwasser eingesetzt werden. Dieses entsteht beim Waschen, Duschen oder als Abwasser aus der Waschmaschine und wird dann so aufbereitet, dass es den Hygiene bestimmungen für Betriebswasser entspricht. Damit kann es nochmals genutzt werden. Brauchwasser eignet sich für die Bewässerung im Garten sowie für die Toilettenspülung.

Dass sich das wirklich auszahlt, zeigt das Vier-Sterne-Hotel Retter in Pöllauberg in der Steiermark vor. 2008/’09 hat Familie Retter im Zuge einer Hotelerweiterung die Entscheidung getroffen, auf Regenwassernutzung umstellen.

„Wir denken nicht nur wirtschaftlich, sondern auch nachhaltig“, sagt Ulrike Retter. „Das ist uns ein persönliches Anliegen, das wir in unterschiedlichsten Bereichen umsetzen.“ Nicht umsonst ist das Hotel seit Jahren bestes Seminarhotel Österreichs sowie Träger zahlreicher Auszeichnungen wie des weltweiten Umweltgütesiegels Green Globe Award oder des Trigos Österreich.

Der Einbau der Regen-Wasseranlage sei zwar kostenintensiv gewesen, da die Leitungen doppelt verlegt werden mussten, aber zahle sich für einen Familienbetrieb, der in Generationen denkt, aus, so Retter. Seither spart das Hotel rund drei Millionen Trinkwasser pro Jahr ein, indem für Gartenbewässerung und Toilettenspülung Regenwasser genutzt wird. Gespeichert wird dieses in acht hauseigenen Tanks, die ermöglichen, dass auch bei längeren Hitzeperioden genug Wasser zur Verfügung steht. „Bisher haben wir noch nie Probleme gehabt.“ Genutzt werden kann die Regen-Wasseranlage nicht zuletzt auch für das Marketing, da immer mehr Gäste Wert auf Nachhaltigkeit legen.

Wasser sparen ohne Komfortverlust

Sauberkeit und Hygiene, das Um und Auf in jedem Gastbetrieb, verbindet man vorrangig mit Wasser. Je mehr davon, desto sauberer, denkt man sich ganz intuitiv. Deshalb ist es in dieser Branche so wichtig, die Waage zu halten zwischen einem nachhaltigen Umgang mit Wasser und dem Komfortempfinden des Gastes. Zum Glück hat sich bei technischen Geräten und Anlagen für Gastronomie und Hotellerie in den vergangenen Jahren hinsichtlich Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz viel getan. Immer mehr Unternehmen legen bei der Produktentwicklung einen zusätzlichen Schwerpunkt auf den schonenden Einsatz von Ressourcen – aus ökologischen und ökonomischen Gründen. Wer heute neu- oder umbaut, kann damit aus einer Vielzahl von Anbietern wählen und sich umfassend beraten lassen.

Wenig Aufwand, große Wirkung

„Durch Einsatz des ecobug© wird der Wasserverbrauch um 98 Prozent reduziert“, erklärt GF Josef Bachleitner. „Man braucht täglich nur noch ein bis zwei Liter für die Reinigung.“

Schon mit kleinen Maßnahmen kann man im Gastbetrieb Wasser und Kosten sparen. Eine davon: Der Wechsel zu wassersparenden Duschköpfen und Wasserhähnen, die durch die Beimengung von Luft um rund die Hälfte weniger Wasser verbrauchen, ohne dass der Komfort darunter leidet. Auch bei Toiletten kann viel Wasser gespart werden. Sei es durch den Umstieg auf Betriebswasser, den Einbau von Spülstopptasten, Durchlaufreglern oder den Einsatz wasserloser Urinale. Durch diese können zwei bis drei Liter Wasser pro Spülgang eingespart werden.

Noch einfacher geht Wasser sparen mit einer innovativen Lösung der Firma CSE Clean Solutions in Hallein bei Salzburg. Dabei wird einfach ein speziell entwickelter Aufsatz in das Urinal eingesetzt und dann das Wasser abgedreht. Mit den dazu passenden Bio-Reinigungsmitteln kann zudem der Einsatz chemischer Mittel vermieden werden. Ein weiterer Vorteil dieser Methode sei, dass kein Umbau oder Einbau neuer Urinale nötig sei.

Aus Expertensicht: Es zahlt sich aus

Wasser sparen kann man nicht nur beim direkten Gastkontakt, sondern vor allem in den betrieblichen Bereichen wie Küche, Wäscherei oder Reinigung. Lust & Leben hat mit drei Branchen-Experten gesprochen, wo und wie man effektiv sparen kann. Die Empfehlungen waren dabei manchmal überraschend einfach. 

Alois Ofner, Bösch Reinigungssysteme bringt es auf den Punkt: „Wasserhahn zudrehen! Da wird am meisten verschwendet.“ Denn: „Es gibt Leitlinien und gesetzliche Hygienevorschriften, die eingehalten werden müssen, da kann man nicht weniger Wasser verwenden oder weniger oft wischen.“ Aber natürlich könne man durch den Einsatz moderner Geräte, die von Grund auf weniger Wasser verbrauchen, viel einsparen. Zum Beispiel bei Geschirrspülern, Waschmaschinen oder Reinigungsgeräten. „Das macht schon Sinn, denn beim Wasser zahlt man ja bei der Zuführung und dann beim Abwasser noch einmal.“ Auch die Verwendung von Brauchwasser sieht Ofner als einen effektiven Ansatz.

Werner Redolfi, Küchenprofi: Sparen kann man beim Kochen, beim Geschirrspülen und bei der Reinigung. „Dort wird wirklich oft Wasser verschwendet“, sagt er. Und gibt dazu ein Rechenbeispiel für das Kartoffelkochen. So verbrauche man, beim Kochen im Topf zehnmal soviel Wasser wie zum Beispiel mit der Zubereitung in einem Kombi-Steamer. „Wir haben das durchgerechnet“, so Redolfi. „Kocht man Kartoffeln in einem üblichen 50-Liter-Topf braucht man 0,83 Liter Wasser pro Kilo, im Druck-Steamer 0,15 Liter und im Kombi-Steamer nur 0,1 Liter. Das ist ein erheblicher Unterschied.“ Zudem hätten moderne Geräte effiziente Reinigungssysteme, die ressourcenschonender seien als die Reinigung per Hand.

Auch bei der richtigen Bestückung des Geschirrspülers sieht er viel Einsparungspotenzial. Oder wenn man diesen immer voll einschalte, statt ihn zwischendurch halb leer laufen zu lassen. „Da müssen einfach alle Mitarbeiter darauf geschult werden.“

Die einfachste Art, Wasser zu sparen, sei aber „sauber zu arbeiten“. Wer keinen Schmutz macht, muss ihn auch nicht wegwischen, ist der einfache Tipp. Und – tropfende Wasserhähne zu reparieren.
Sein Beitrag zu Spültheorie und Praxis ist so simpel wie effizient!

Andreas Marksteiner, hollu Systemhygiene: liefert einen interessanten Aspekt zum Thema Reinigung und Dosierung. Die Annahme „viel hilft viel“ stimme bei der Reinigung einfach nicht. Eher das Gegenteil sei der Fall. Seine Empfehlung: so viel, wie notwendig und so wenig, wie möglich. „Das betrifft Reinigungsmittel und Wasser. Deshalb setzen wir auf hoch konzentrierte Reinigungsmittel. Das klingt zwar wie ein Widerspruch, ist es aber nicht“, erklärt Marksteiner. „Mit den richtigen Dosiersystemen ist eine effiziente Reinigung ohne zu hohen Wassereinsatz möglich.“

Der Grund dafür, das Zuviel an Reinigungsmitteln müsse ja auch mit mehr Wasser beseitigt werden. Wichtig sei jedenfalls, dass man die Gesamtheit betrachte und ganzheitliche Lösungen wähle. Diese seien allerdings je nach Betrieb sehr unterschiedlich und daher immer individuell zu entscheiden. Nur so könne man langfristig Ressourcen sparen.

Wichtig ist es ein Bewusstsein zu schaffen

Eine der wichtigsten Maßnahmen für alle drei Experten ist, die Mitarbeiter einzubeziehen. Durch regelmäßige Schulungen, durch das Festlegen innerbetrieblicher Verbrauchskennzahlen und durch das gemeinsame Commitment zur Nachhaltigkeit. So kann jeder in seinem Arbeitsbereich einen Beitrag leisten. Gleiches gilt für den Personalbereich in größeren Betrieben. Denn wo viele Menschen arbeiten, wird auch viel Wasser genutzt und verbraucht. Ebenso kann man die Gäste einbinden und sie während ihres Aufenthalts auf den schonenden Umgang mit Wasser hinweisen. Mit kleinen Schildern, Aufklebern und kurzen Informationen im Frühstücksraum, im Wellnessbereich oder in Badezimmern. Jedenfalls gilt: Je authentischertischer Nachhaltigkeit im gesamten Betrieb gelebt wird, desto sympathischer kommt es beim Gast an.

Am 22. März wird wieder der Weltwassertag gefeiert. Dieses Jahr steht er unter dem Motto “Leveraging Water for Peace”, was frei übersetzt “Wasser für Frieden” bedeutet. 

NACHHALTIGKEIT KOMMT AN

Nachhaltig wirtschaften, von der Verwendung regionaler Lebensmittel über umweltfreundliche Energie bis hin zur Regenwassernutzung, gewinnt immer mehr an Bedeutung. Viele Gäste achten bewusst darauf, wie Betriebe mit Ressourcen umgehen. Denn wer privat auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz Wert legt, möchte das auch als Gast leben.

Hotels, die auf Nachhaltigkeit setzen, haben auch bei Geschäftskunden einen Vorteil, da viele Konzerne im Rahmen von Corporate-Governance-Regeln auch nachhaltiges Handeln abfragen. 

Der ökologisch verträgliche Tourismus ist besonders bei LOHAS (engl. für Lifestyles of Health and Sustainability) gefragt, da diese großen Wert auf Gesundheit und Nachhaltigkeit legen. Österreich als Urlaubsziel sei für diese Gruppe sehr attraktiv, weil sie hier ihre Hauptinteressen wie Wandern, Natur und Ruhe genießen können.

Typisch BRITA: Leitungsgebundener Premium-Zapfhahn, die neueste BRITA Filter- und Wasserspendertechnik sowie fortschrittlichste Hygiene- und Sicherheitsfunktionen. Herausragendes Design trifft auf modernste Technologie. Optional mit heißem Wasser auf Knopfdruck. Zur Auswahl stehen zwei Zapfhahn-Höhen, zwei Boilergrößen ein optionales barrierefreies Bedienfeld und vieles mehr.

WASSER SPAREN LEICHT GEMACHT

TROPFT NICHT, KOSTET NICHT
Durch tropfende Wasserhähne werden tausende Liter pro Jahr verbraucht. Daher regelmäßig kontrollieren und warten.

WASSER ABDREHEN
Gerade in der Küche läuft Wasser oft unnötig. Wasser also zwischendurch abdrehen. Einfacher geht’s nicht.

SAUBERKEIT SPART WASSER
Klingt zwar paradox, aber je sauberer man arbeitet, desto weniger muss man reinigen.

BLUMEN BRAUCHEN KEIN TRINKWASSER
Für die Gartenbewässerung Regenwasser nutzen. Das geht einfach mit großen Regentonnen oder Pumpsystemen.

VOLLE MASCHINEN, WENIGER WASSER
Geräte wie Geschirr- und Gläserspüler sowie Waschmaschinen möglichst nur voll beladen einschalten.

JE MEHR MITMACHEN, DESTO BESSER
Daher Mitarbeiter schulen und das Bewusstsein bei den Gästen erhöhen. Da reichen schon kleine Hinweisschilder.

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